von Stefan am 29 Mär 2010, 14:37
Bodenkampf und "Standkampf" sind bei uns ein- und dasselbe. Was auf dem Boden funktioniert, funktioniert auch im Stehen oder wenn man mit dem Rücken zur Wand steht (Hebel, Schläge), daher haben wir keine strikte Trennung zw. den versch. Kampfdistanzen.
Anfänger und Fortgeschrittene üben natürlich sehr viele verschiedene Eingänge, Hebeltechniken, Fallen, Werfen, sich dabei so effizient wie möglich schützen, die Besonderheiten auf dem Boden mit und ohne Waffe, später ist es so, dass zwei gleichwertige Trainingspartner autom. beim Sparring auf dem Boden landen.
Der zeitliche Anteil variiert also geschätzt von 10%-80%. Es gibt ab und zu auch reine Bodenkampf-Einheiten (bei denen es aber immer mit einem stehenden Angriff losgeht).
Wichtig ist mir, wenn ich unterrichte, eigentlich nur, dass keine Sportwettkampftechniken einstudiert werden, d.h es sollen keine Techniken geübt werden, bei denen z.B. der eigene Genitalbereich ungeschützt bleibt (was in einem fairen Wettkampf mit Tiefschutz kein Problem wäre) und man soll immer davon ausgehen, dass man selbst nicht verletzungsfrei fallen wird und das weitere Gegner hinzukommen können, d.h. man sollte nicht einen Aufgabe-Griff ansetzen und dabei ewig liegen bleiben, wenn man sich nicht absolut sicher ist, dass es ein reiner 1gegen1 Kampf bleibt.
Prinzipiell wird bei uns jeder neue Schüler daraufhingewiesen (theoretisch und praktisch), dass man schneller auf dem Boden landet, als man denkt und daher der Bodenkampf genauso sicher wie der Kampf im Stehen beherrscht werden muss.
Ist deine Frage pure Neugier oder hast du ein bestimmtes Anliegen?
Ein Probetraining sagt mehr als tausend Worte 